Diskussionsbeiträge

Ökumenische Vernetzung der kirchlichen Finanzkontrolle wird zum Selbstverständnis

Moderatoren des Zukunftsforums „Vernetzung der Rechnungsprüfung“ ziehen positive Bilanz

Die beiden Moderatoren Markus Ahlers (Münster) und Sebastian H. Geisler (Hannover) des diesjährigen Zukunftsforums „Vernetzung der Rechnungsprüfung“ blicken auf eine erfolgreiche ökumenische Veranstaltung zurück und ziehen eine positive Bilanz der bisherigen Entwicklung. Aus einem ersten Treffen von 18 Vertreterinnen und Vertretern katholischer und evangelischer Rechnungsprüfungseinrichtungen ist ein ökumenisches Forum für mehr als 60 Teilnehmende aus mehr als 30 verschiedenen Einrichtungen der kirchlichen Finanzkontrolle geworden. In einem inhaltlichen Bericht zu den beiden diesjährigen Veranstaltungen des Zukunftsforums „Vernetzung der Rechnungsprüfung“ betonen beide Autoren den praxisorientierten und unkomplizierten Austausch der Teilnehmenden. Dank der unkomplizierten Vernetzung können die Teilnehmenden von den Erfahrungen gegenseitig profitieren. Der fachliche Input konzentrierte sich auf die drei Themen der Prüfung von Prozessen zur Erfüllung von Steuerpflichten, der Vermeidung dolosen (schädigenden) Verhaltens in der Kirchenverwaltung und dem Erfordernis der Prüfungsbereitschaft. Die Initiative Kirche, Verwaltung und Information hat sich damit als eine funktionale Plattform erwiesen, den schnellen Austausch zwischen evangelischen und katholischen Arbeitskollegen zu organisieren. Zu den Einzelheiten wird auf den hinterlegten Artikel verwiesen.
 

Und wer prüft die Prüfer?

Häufig wird Prüfungseinrichtungen die Frage gestellt, ob die Prüfung selbst wirtschaftlich aufgestellt ist und sachgerecht vorgegangen wird. Für kirchliche Prüfungseinrichtungen sind wesentliche Elemente der Sicherstellung einer qualitätvollen Aufgabenerledigung die Rückkopplung mit den synodalen Gremien und die öffentliche Berichterstattung gegenüber den kirchlichen Gremien, die die Haushaltshoheit ausüben. Mit der Einführung eines Qualitätssicherungssystems ist für kirchliche Prüfungseinrichtungen ein weiteres Instrument zur Sicherstellung einer sachgerechten und wirtschaftlichen Aufgabenerfüllung geschaffen worden.
In ihrem in der  KVI im Dialog 1/2019 veröffentlichten Beitrag „Qualitätssicherungssysteme in der kirchlichen Finanzkontrolle - Und wer prüft die Rechnungsprüfungsämter der Evangelischen Landeskirchen?“ erläutern die Leiter von drei kirchlichen Rechnungsprüfungsämtern Beck, Bogner und Brand den von der „Arbeitsgemeinschaft der Leitungen der kirchlichen Rechnungsprüfungseinrichtungen in der EKD (kirpag)“ entwickelten Prüfkatalog.
(Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers)
 

Interpretation und Neugestaltung des kirchlichen Reinvermögens

Vor gut 10 Jahren haben verschiedene evangelische Kirchen damit begonnen, die Doppik einzuführen, um über veröffentlichte Eröffnungsbilanzen und Jahresabschlüsse ein höheres Maß an Transparenz der kirchlichen Finanzen zu erreichen (https://www.kirchenfinanzen.de/finanzen/kirchliches_fiinanzwesen.html). Dabei wurde und wird der Weg einer „kirchengemäßen Doppik“ diskutiert, darunter auch die anzuwendenden Bilanzierungsgrundsätze. Ein Diskussionspunkt ist das Zustandekommen von und der Umgang mit einem negativen Vermögensgrundbestand oder einem negativen Reinvermögen. Das kirpag-Mitglied Christian M. Beck hat sich zusammen mit Dr. Daniel Wolf, Wirtschaftsprüfer und Verfasser des Buches Doppik und Rechnungslegung der Evangelischen Kirche in Deutschland, näher mit dieser Fragestellung befasst. Beide Autoren stellen in einem in der Zeitschrift KVI im Dialog veröffentlichten Beitrag einen möglichen Lösungsansatz aus ihrer Sicht vor.

Den Beitrag können Sie hier abrufen (Auszug aus der August-Ausgabe 2018 der Zeitschrift KVI im Dialog mit freundlicher Genehmigung der KVI Initiative - http://www.kviinitiative.de/).